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“Wer ist Richtung Theater frei? Schlossstraße?”

Totenstille am Funk. Nach ein paar Sekunden hab ich mich dann gemeldet, ich war an der Sonnenhaide. Gute drei Kilometer von der Schlossstraße, der Ausfallstraße des Theaters.

“Ja, scheint keiner näher zu sein. Dann fahr mal nach Kaiserallee, kurz vor der Trinkhalle stehen die Fahrgäste an der Straße.”

Na super! Ich hab noch den halben äußeren Ring und dann komm ich auf halber Strecke an dem Unternehmen vorbei, daß hier schon häufiger Thema war und unseren Funk netterweise mithört und die Fahrten auf der Straße dann gerne auch mal abgreift. Die Chancen, daß ich nach 10 Kilometern Anfahrt ohne Fahrgast da stehe sind also knapp unter 100%.

Aber was soll es. In erster Linie werde ich für Anwesenheit bezahlt (hab aber schon das dringende Bedürfnis, dass am Ende des Monats genug in der Kasse ist, dass mein Gehalt überwiesen werden kann!). Und eine unserer Kernkompetenzen ist schon, dass wir unsere Kunden dort abholen, wo sie grade stehen…

 

 

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Zu meiner freudigen Überraschung: Die beiden standen tatsächlich dort, wo sie sein sollten, stiegen ein und mein Beifahrer musste gleich mal die Fronten klären. Kennt Ihr diese Typen, die immer eine Provokation auf den Lippen haben um abzuklären, wer gerade das Alphatierchen ist?

“Hey. Fahr uns mal zu McDonalds, wir haben Hunger! Ach, und: Ich hab kein Geld. Kann ich nen Deckel bei Dir machen?”

Nö, kann man nicht. Und schon mal gar nicht, wenn ich die Fahrgäste nicht schon sehr, sehr lange kenne.

“Okay, dann zahl ich halt bar!”

Jupp, so ist’s recht!

“Du hast übrigens Glück. Bis eben waren wir noch zu dritt. Und derjenige, der jetzt nicht mehr dabei ist, hat den letzten Taxifahrer so genervt, dass der uns einfach hier auf der Strecke rausgeschmissen hat!”

Auweia, zwei Alphatierchen in einem Taxi. Ich kann den Kollegen verstehen. Die Maximalstrafe sind zwei von denen und eine Frau, die sich noch

nicht für einen davon entschieden hat. Erfahrungsgemäß wird dann am Taxifahrer demonstriert, daß man doch der Paarungspartner sein soll. Klingt nur halb so ätzend wie es dann sein kann. Ich kann zum Glück ganz gut solche Sprüche kontern. Und auch wenn es mir leid tut, es gab schon solche Fahrten, bei denen am Schluß keiner der Aspiranten gut aussah. Menno! Die haben angefangen!

Nun, die Fahrt zu Burgerbrater war nicht die Schlechteste. Unsere Unterhaltung war so grad eben noch lustig, er hat offensichtlich gemerkt, daß ich kein Opfer bin und respektierte das.

Jetzt ist es grade bei Fahrgästen, die auch eine gewisse Stressgefahr beeinhalten ziemlich wichtig, der Zentrale das Fahrziel anzugeben. Und Fahrgäste, die damit nicht rausrücken machen sich blöderweise verdächtig. Er war einer von diesen Kandidaten.


“Fahr mal durch den Drive.”

“Okay, gerne. Und wo müßt Ihr dann hin?”

“Sage ich Dir dann schon.”

“Ähem, ich würde das schon gerne jetzt wissen. Wo werde ich frei? Die Zentrale muß auch ein wenig wissen, wie sie planen kann. Bis jetzt denkt der Zentralist, daß ich hier frei werde.”

“Ah, ja. Zurück zur Kaiserallee.”

Deal! Okay, ich muß dann wieder leer zurückfahren. Aber hey, es ist eine 50-Dollar-Fahrt!

Am Durchfahrschalter lief er dann wieder zu Höchstform auf:


“Ein BigMac-Menue. Aber ich hab kein Geld! Kann ich hier nen Deckel machen?”

Nein, konnte er nicht.

Aber einen Wunsch konnte man ihm erfüllen. Er wollte ja die ganze Zeit einen 'Deckel' haben. So lies ich mir bei dem goldenen M einen Deckel für die Becher geben, den ich dann dem Fahrgast mit der großen Klappe gab als dieser wieder nach der Fahrt an der Kaiserallee ausstieg. Somit hatte er endlich seinen 'Deckel'. Und ich wieder eine lustige Erfahrung mehr in meinem Berufsleben...

Darf ich mich nun mal vorstellen mein Name ist Ian Winnie Donnelly und bin schon mein ganzes Leben nun hier in NYC - So fühlt es sich zumindest inzwischen an. Als ich anfing, in der Stadt de niemals schläft als Taxi Fahrer zu arbeiten ist mir nicht nur aufgefallen, wie viele alltägliche und dennoch interessante Erlebnisse es zu beschreiben gibt, nein mit der Zeit wurde mir auch klar, dass just das zweitälteste Gewerbe ein ebenso unverstandenes ist, wie das älteste. Obwohl Taxen gerade nachts für viele der letzte Rettungsanker sind, um wohlbehalten nach Hause zu kommen, sind die meisten meiner Kunden schon überfragt, wenn es darum geht, was ein Taxameter eigentlich zählt: Weg oder Zeit?

Viele Menschen wissen so gut wie nichts über die Umstände derer, denen sie sich Nachts anvertrauen, um heimgebracht, getröstet oder unterhalten zu werden.
Die einen vermuten hinter dem Steuer Fahrroboter ohne Sprecherlaubnis, andere gleich Seelenverwandte oder gesellschaftliche Verlierer, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Wie jeder Fahrer habe ich mein eigenes Taxi :

Doch Frühr arbeitete ich vollberuflich als Journalist, doch diese Zeiten sind inzwischen vorbei, denn wohne ich nun in NYC und bin nicht länger vollzeit Messenger sondern meist eben Kutsche für Stars und Sternchen der Trunkenheitsszene der New Yorker Nacht.

Eben Leute die es sich auch 'leisten' können... Wie es dazu kam? Nun zunächst einmal verließ mich meine damalige Freundin Diana und dann verlor ich auch noch meinen Job als Journalist, eben alles was ich zu der Zeit so geliebt hatte.

Und da musste ich eben was gewaltig ändern in meinem Leben...