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Baja California, Mexiko 1986

 

Als er den Ruf des Adlers vernahm, schaute der junge Lynch auf und kniff die Augen in der blendenden Helligkeit des Sonnenlichts zu Schlitzen zusammen. Zwar konnte er den Vogel, der sich als Silhouette vor dem Himmel abhob, nicht genau erkennen, doch das hinderte ihn nicht daran, zu grinsen, als er die Kapuze seines grauen Sweatshirts über sein dunkelblondes Haar streifte und sich für das Unvermeidliche wappnete.

 

Denn auch er würde gleich fliegen.

 

Er wollte das hier schon machen, seit …. na ja, seit einer Ewigkeit.

 

Seit seine Eltern vor einigen Monaten hierhergezogen waren. Sie zogen viel um; das war etwas, das der Junge bei seiner Familie einfach als gegeben hinnahm inzwischen. Mom und Dad nahmen die Jobs an, die sie kriegen konnten, wie obskur auch immer, dann blieben sie für eine Weile an einem Ort und zogen schließlich weiter.

 

Nicht zuletzt hatte Lynch nie wirklich die Chance gehabt, Freunde zu finden. So kam es, dass er auch heute, an dem Tag, an dem er es endlich tun würde, kein Publikum hatte. Allerdings machte ihm das nicht allzu viel aus, ja, um ehrlich zu sein, es war ihm sogar lieber so, da er das, was er vorhatte, eigentlich überhaupt nicht tun dürfte.

 

Er schleppte sein Fahrrad ganz hoch bis auf das Dach von einem der leerstehenden, baufälligen alten Häusern. Unterwegs war sein Fuß geradewegs durch eine vollkommen verrostete Stufe gebrochen, so dass ihm die scharfen Kanten des Metalls durch die Jeans ins Bein geschnitten hatten.

 

Aber das war schon in Ordnung; vor einem Jahr hatte er in einer Klinik, die nicht viel kostete, eine Tetanusspritze bekommen. Abgesehen davon, kannte Lynch sich mit Dächern aus. Nachts, wenn seine Eltern glaubten er sei in seinem Zimmer, kletterte er regelmäßig aus dem Fenster und hinauf auf die Dächer, um in die Kühle und Geheimniskrämerei der Nacht einzutauchen – und in jede Menge Missgeschicke, von denen seine Eltern dankenswerterweise nicht die geringste Ahnung hatten.

 

Lynch's heutiges Ziel war ein großer Frachtcontainer, der etwas niedriger war als das Dach, auf dem er mit seinem Rad kauerte. Die Lücke dazwischen betrug ungefähr sechs Meter – keine große Sache.

 

Trotzdem flatterte sein Herz in seiner Brust, als er sich aufs Fahrrad setzte, einen Fuß auf einem der Pedale, den anderen auf dem Dach des Gebäudes.

 

Er schloss die Augen und sog durch die Nase langsam die Luft ein, um sein wild rasendes Herz und seine Atmung zu beruhigen.

 

 

 

'Du hast es schon so gut wie geschafft', sagte er sich. 'Der Drops ist bereits so gut wie gelutscht. Genieß jetzt einfach die Reise. Stell dir vor, dass die Räder perfekt aufsetzen, und dann musst du das Bike bloß noch rechtzeitig herumziehen, damit du nicht über die andere Seite hinausschießt.'

 

Oh, das war kein sonderlich angenehmer Gedanke, und Lynch versuchte sofort, ihn aus seinem Kopf zu verbannen. Dummerweise war das gar nicht mal so einfach, sondern eher das gegenteil...

Es war wie wenn man sagte; 'Denk einfach nicht an den rosa roten Elefanten.' Und BAM! Mit einem Mal hat man nichts anderes mehr als diesen Gedanken also den verflixten rosa Elefanten im Kopf.

 

Er zwang sich, sich zu konzentrieren, malte sich aus, wie er in die Pedale trat, durch die Luft flog und eine grandiose Landung hinlegte. 10 Points!

 

Vor seinem Inneren Auge sah er sich fliegen, genau wie den Adler zuvor.

Er konnte es schaffen.

Langsam und bedächtig öffnete Lynch die Augen und packte den Lenker fester.

JETZT!

Er warf sich nach vorn und trat wie verrückt in die Pedale, während sein Blick zwischen dem rasch näher kommendem Ende des Daches und dem Müllberg hin und her schweifte, der sich zwischen dem Start und dem Ziel also dem Dach und dem Frachtcontainer befand, doch er ließ sein Ziel keine Sekunde aus den Augen.

Schneller, immer schneller wurde er, und dann war da nichts mehr unter ihm, als er das Vorderrad seines Fahrrads mit einem Ruck nach oben riss.

 

Er segelte über den Müll unter ihm hinweg und auf seinem Gesicht breitete sich ein Grinsen vollkommener, tiefer Freude aus.

Ja!

Er würde es tatsächlich schaffen -

Das erste Rad setzt sauber auf.

Das zweite jedoch nicht.

So abrupt, dass ihm nicht einmal Zeit blieb, Angst zu haben, landete Lynch mitsamt seinem Fahrrades auf einem Haufen alter Kartons und Matratzen, Abfall und anderem Zeug, das er die letzten Wochen über mühsam zu diesem Fleck geschleppt hatte.

Probeweise bewegte Lynch vorsichtig seine Glieder. Es schien nichts gebrochen zu sein, zwar blutete er aus einer Schürfwunde an der Stirn, und sein Körper schmerzte, doch abgesehen davon ging es ihm soweit in Ordnung.

 

 

 

CALLUM LYNCH
AKA "Crazy",

ALTER:
35
GEB.DATUM:
01.04.19XX
GEB.ORT:
Unbekannt
HAAR:
Dunkel-Blond
AUGEN:
Grün-Blau
GRÖSSE:
1,83m
WOHNHAFT:
> A.H.<
BERUF:
Unbekannt
STATUS:
Ledig
STATUR:
trainiert
AKTEN-NR.:
214782